Menü öffnen
Literaturtipp - Beratungsfeld Marke

Der Mensch und seine Symbole

Der Mensch und seine Symbole erschien 1964 unter dem Titel „Man and his Symbols“. Im deutschsprachigen Raum hat das Werk mittlerweile die 20. Auflage erreicht. Carl Gustav Jung und vier andere bedeutende Psychologen vermitteln die Welt der Archetypen, Träume, Mythen und den Entwicklungsprozess der Seele. Das Werk ist eines der wenigen Veröffentlichungen des großen Psychologen, des Entdeckers des Unbewussten, eines Zeitgefährten und Freundes von Sigmund Freud.

Wenn man sich beruflich mit Strategien und Marken befasst, dann ist die Kenntnis der Bedeutungen von Symbolen überaus wichtig, werden doch Logos und Zeichen vor allem zur Kommunikation und zur Vermarktung verwendet, und sehr viel Geld in die Kommunikation investiert. Jeder Stratege und Marketingexperte sollte dieses Werk gelesen haben.

Das Buch ist in sechs große Kapitel gegliedert: C. G Jung: Zugang zum Unbewussten; Joseph L. Henderson: Der moderne Mensch; M.-L. Franz: Der Individuationsprozess; Aniela Jaffé: Bildende Kunst als Symbol; Jolande Jacobi: Symbole auf dem Weg der Reifung; M.-L. Franz: Zum Abschluss: Das Unbewusste und die Wissenschaften, mit einführenden Worten von John Freeman.

Jung hatte nie versucht, seine Arbeit populär zu machen, und er glaubte auch nicht, dass ein solcher Versuch Erfolg haben würde. Dennoch wurde dieses Buch geschrieben, angestoßen von Menschen in seinem Umfeld, und angestoßen durch einen Traum. Nur 10 Tage vor seinem Tod im Juni 1961 war sein eigenes Kapitel fertig. Die Quintessenz seines Kapitels ist im folgenden Satz enthalten: „Der Mensch wird erst dann ein Ganzes, in sich ruhend, produktiv und glücklich, wenn der Individuationsprozess abgeschlossen ist, nachdem Bewusstsein und Unbewusstes gelernt haben, friedlich miteinander zu leben und sich gegenseitig zu ergänzen.“

Jung war der Entdecker des Unbewussten. Wie Instinkte, von denen wir ja nicht annehmen, jedes neugeborene Tier müsse sie sich individuell wieder erwerben, so gibt es auch kollektive Vorstellungsmuster, die dem menschlichen Geist angeboren und vererbt sind. Oder sollte man annehmen, der Mensch sei das einzige lebende Wesen, dem spezifische Instinkte fehlen und dessen Psyche keinerlei Spuren ihrer Entwicklung trüge? Träume, Visionen, Gedanken können ganz plötzlich erscheinen, und wie sorgfältig man auch nachforschen mag, man findet ihre Ursache nicht. Die Menschen sind also miteinander verbunden über Träume, Visionen, Bilder, Mythen und Archetypen. Im Unbewussten existiert eine eigene Art von Kommunikation, nämlich der unbewussten.

Jung bringt ein interessantes Beispiel eines Mythos, nämlich der Kommunismus. Die kommunistische Welt besitzt nach Ansicht von Jung einen großen Mythos. Es ist der alte, archetypische Traum von einem Goldenen Zeitalter oder Paradies, wo alles für alle im Überfluss vorhanden ist und ein großer, gerechter und weiser Herrscher einen menschlichen Kindergarten regiert. Diese Mythen sind sehr wirkmächtig, nicht umsonst haben Menschen mehrerer Länder solche “Herrscher” an die Macht gespült um dann erkennen zu müssen, dass sie eine Hölle errichtet haben.

Link zum Buch

Dr. Christoph Nussbaumer, CMC