In regelmäßigen Abständen wird vom Fachverband Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich ein Bericht mit dem Titel “Hotel der Zukunft” veröffentlicht. Für uns als strategische Hotelberater ist es wichtig, mögliche Zukunftstrends zu erkennen und diese in unseren strategischen Überlegungen und Konzeptionen zu berücksichtigen. Dieser Blogeintrag ist eine kurze Zusammenfassung aus dem Bericht Hotel der Zukunft – Das emphatische Hotel.
Laut dem Bericht Hotel der Zukunft – Das emphatische Hotel werden in Zukunft folgende fünf Aspekt in der Hotellerie und im allgemeinem Tourismus entscheidend sein. Art of Hosting. Togetherness. Identity. Rooms. Beyond Basics.
Art of Hosting
Gäste sind überunterhaltet. In Zukunft werden ursprüngliche Themen der Beherbergung wieder in den Vordergrund rücken. Berührungen, wahre Begegnungen und die Frage nach Sinn. Wie schaffen wir es diese Neuausrichtung des Tourismus zu gestalten? Das Eine ist das Schaffen von Wir-Kulturen in denen wir die aktive Verbindungen mit den Gästen suchen und Freundschaften bilden. Eine weitere Herangehensweise ist die Vermeidung von Schaumwelten. Durch die Digitalisierung und die dadurch entstehende Oritierungslosigkeit der Gäste erzeugen wir eine Bilderüberflutung die dazu führt, dass unsere Vorstellungen sich vermischen. Gastgeber sollten daher in der Lage sein, klare und wahre Urlaubserlebnisse zu schaffen. Das Wesentliche ist, ein Ort zu schaffen der fühlt, ahnt und wahrnimmt. Das emphatische Hotel.
Togetherness
Der Begriff Togetherness steht für das Miteinander. Das bedeutet, dass das Netzwerkbilden und das Arbeiten mit Netzwerken in Zukunft immer entscheidender wird. Die Globalisierung und dessen Auswirkungen auf die Gesellschaft verändert das brancheninterne- aber auch branchenexterne Konkurrenzdenken. In Bezug auf die hoteleigenen Mitarbeiter bedeutet dies, dass die Mitarbeiter als Kernbotschafter eines Hotels angesehen werden sollten. Sie sind der Berühungspunkt schlechthin. Wie bereits erwähnt werden wahren Begegnungen in Zukunft wieder bedeutender werden. Genau aus diesem Grund ist das konstruktive Miteinander erfolgsentscheidend.
Identity
Ein Megatrend in unserer Gesellschaft ist die Individualisierung. Verstärkte Individualisierung bedeutet, dass sich vielfältige Identitäten entwickeln. Vor allem in den westlichen Industriestaaten gibt es immer mehr facettenreiche Lebenssitle, welche verschiedenste Anforderungen an Hotelbetriebe haben. Im Marketing sprechen wir gerne von Zielgruppen. In Zukunft werden wir von klassischen Zeilgruppen abkommen, da sie nur eine eindimensionale Betrachtungsweise vorsehen. Lebensstil ist die neue Zielgruppe. Die Aufgabe von Hotelbetrieben ist es, Angebote zu schaffen, die für bestimmte Identitäten ein Erinnerungserlebnis schaffen. Erinnerungsdesigner sind die neuen Produktmanager.
Rooms
Nicht nur die Hotelzimmer sind Räumlichkeiten die für die Gäste entscheidend sind. Jeder Ort und jeder Raum, in dem sich ein Gast aufhält, kommuniziert individuelle Geschichten. Hotelbetriebe sollten diese Kraft nutzen um einzigartige und warhaftige Erlebnisse zu kreieren. Der Begriff Luxus hat sich verändert. Natürlich sind klassische Luxusfaktoren immer noch relevant. Doch Einzigartikgeit, Wahrhaftigkeit und Lokalität sind zentrale Begriffe des neuen Luxusverständnis. Storrytelling ist dabei das zentrale Instrument zur Weitererzählung der Authentiztät eines Ortes.
Beyond Basics
Den extra Schritt zu machen. Den entscheidenden Schritt zu setzten. Bei der heutigen Vergleichbarkeit sind diese Schritte die entscheidenden. Sind wir als Hotelinhaber und unsere Mitarbeiter bereit Serviceleistungen ständig zu verbessern und neu zu denken? Schaffen wir es unsere Kunden umfassend anzusprechen? Differenzieren wir uns auf dem Markt? Schaffen wir es die analoge und digitale Welt zu verbinden? All diese Ungewissenheiten sind eine Frage der Ausdauer und des entscheidenden Schrittes.
Christopher Wiener, BA